Ultrahochleistungsbeton (UHPC) stellt den aktuellen Entwicklungstand der Betontechnologie dar. Während die Druckfestigkeit von UHPC in der Größenordnung von Baustahl (ca. 200 MPa) liegt, ist seine Zugfestigkeit mit nur 7-10 N/mm2 weiterhin relativ gering. Ein Ersatz von Stahl durch UHPC auf der Materialebene ist somit nicht möglich. Für eine sinnvolle und breite Anwendung des UHPC gilt es neue Ideen zu Konstruktionen und Bauverfahren zu entwickeln. Eine Optimierung bekannter Querschnitte allein ist mit Sicherheit nicht zielführend, wie bisherige Erfahrungen gezeigt haben. Dass die Herstellung und Verarbeitung von UHPC aufgrund der hohen Empfindlichkeit gegenüber Schwankungen der Ausgangsstoffe und der Herstellungsprozesse sehr hohe Anforderungen hat, ist zusätzlich zu berücksichtigen. UHPC ist somit für die Fertigteilindustrie weitaus besser geeignet als für die Ortbetonbauweise, wenn auch hierzu bereits einige Pilotprojekte erfolgreich durchgeführt wurden. Weiterhin ist hervorzuheben, dass die Anwendung von filigranen Bauelementen geringere Toleranzen erlaubt. Abweichungen im Bereich von Zentimetern, wie sie gewöhnlich in der Betonbauweise vorhanden sind, können hier nicht mehr akzeptiert werden. Dies spricht ebenfalls für die Anwendung von Fertigteilen. Für das Zusammenfügen der industriell hergestellten Elemente zu gewünschten Konstruktionen, also modulare Bauweise, spielen dem Werkstoffgerechte Verbindungsmittel eine entscheidende Rolle. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass die trockene Fuge unter Nutzung der Vorspannkraft ein probater Verbindungtyp für Konstruktion aus UHPC ist [4], da hierdurch zum einen seine hohe Druckfestigkeit ausgenutzt wird und zum anderen eine Demontage für weitere Verwendung möglich ist. Man käme damit dem Ziel des nachhaltigen Bauens näher.
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