Die Europäische Union geht derzeit von Umweltdeklarationen zu strukturierten Daten auf Produktebene über. Für Bauprodukte bietet die überarbeitete Bauprodukteverordnung den sektorspezifischen Rahmen für einen digitalen Produktpass (DPP) in Übereinstimmung mit der übergeordneten Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte. Für Betonfertigteilhersteller stellt diese Entwicklung sowohl eine Herausforderung hinsichtlich der Einhaltung von Vorschriften als auch eine strategische Chance dar. Die Branche profitiert bereits von einer kontrollierten Produktion im Werk, wiederholbaren Prozes- sen und einer wachsenden Zahl an Umweltproduktdeklarationen. Die größten Schwierigkeiten liegen in der Produktvariabilität, Datenlücken in vorgelagerten Bereichen, den Kosten für Lebenszyklusanalysen und der Integration von Informationen aus der Lieferkette. Der vorliegende Beitrag untersucht diese Faktoren anhand einer SWOT-Analyse und erörtert die Berechnung des CO2-Fußabdrucks, das Risiko von „Green Claims“ sowie den sorgfältigen Umgang mit der Karbonatisierung von Beton. Er schließt mit einem Ansatz für die praktische Umsetzung: Der Aufbau verifizierter, versionskontrollierter Umweltdaten sollte bereits jetzt erfolgen, bevor der Pass zu einer routinemäßigen Marktanforderung wird.
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Maja Kępniak, Technische Universität Warschau, Polen