Die Betonfertigteilproduktion steht vor einem strukturellen Wandel. Automatisierung, digitale Prozessführung, steigende Qualitätsanforderungen, Material- und CO2-Effizienz sowie der zunehmende Fachkräftemangel verändern die Anforderungen an moderne Fertigungsprozesse. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Bauteilen, die schneller, präziser und variabler hergestellt werden können – ohne dabei Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit aus dem Blick zu verlieren. Ein aktuelles Beispiel für diesen Entwicklungsschritt ist die robotergestützte Forschungsanlage CREATE an der Ruhr-Universität Bochum. CREATE steht für „Concrete Robotics Engineering in Automation Technology“ und wurde in der Versuchshalle KIB-KON im Juli 2026 offiziell eingeweiht. Die Anlage erforscht, wie adaptive Betonmodule künftig automatisiert, digital gesteuert und qualitätsgesichert gefertigt werden können (Abb. 01). Im Mittelpunkt steht eine durchgängige Prozesskette: Materialbereitstellung, Bewehrung, Schalungsbau, geometrische Qualitätskontrolle, Betonieren, kontrollierte Schnellhärtung, mechanische und geometrische Prüfungen sowie die digitale Zuordnung von Bauteil-, Prozess- und Qualitätsdaten. Drei Industrieroboter, mobile Werkstückträger, Werkzeugwechselsysteme, sensorische Prüfverfahren und ein digitales Anlagenmodell wirken dabei in einem flexiblen Forschungsumfeld zusammen.
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